Vergiss die teuren Safaris und exotischen Reisen, die besten Geschichten spielen oft direkt vor deinen Augen ab. Die Tierfotografie vor der Haustür eröffnet dir so viele tolle Möglichkeiten heimische Tiere zu fotografieren, wie zum Beispiel Rehs am Waldrand, oder die geschäftige Welt der Vögel in deinem Garten. Mit den richtigen Tipps kannst auch du diese Geschichten in beeindruckenden Bildern erzählen. Ich zeige dir wie du Tiere fotografieren kannst, ohne um die Welt zu reisen.
9 Tipps für die Tierfotografie in der Nähe
Bevor ich dir nun ausführlich Ratschläge zum Tiere fotografieren gebe, erhältst du die wichtigsten Tipps als Übersicht:
- Respektiere die Natur: Als Tierfotograf bist du Gast in der Natur, deshalb ist es wichtig, verantwortungsbewusst zu handeln. Störe die Tiere nicht und bleibe auf Wegen, wo es nötig ist! Mehr zum Thema findest du in meinem Beitrag über nachhaltiges fotografieren
- Fokussiere die Augen: Eine offene Blende (z. B. f/2.8 – f/5.6) hilft, das Tier vom Hintergrund abzuheben.
- Die besten Kameraeinstellungen für spontane Momente
- Kurze Verschlusszeiten (1/500 Sekunden oder schneller) helfen, Bewegung einzufrieren. Besonders wichtig bei fliegenden Vögeln oder rennenden Tieren.
- Automatischer ISO-Wert kann sinnvoll sein, damit du in wechselnden Lichtverhältnissen flexibel bleibst.
- Serienbildmodus erhöht die Chance, genau den richtigen Moment zu erwischen.
- Kontinuierlicher Autofokus (AF‑C / AI-Servo) sorgt dafür, dass deine Kamera das bewegte Tier scharf hält.
- Beachte die Bildkomposition: Äste, Gräser oder Felsen im Vordergrund machen das Bild spannender. Aber achte darauf, dass sie nicht vom Tiermotiv ablenken!
- Achte auf störende Elemente:
- Achte auf das richtige Licht:
- Tarnen: Keine Angst, du brauchst kein Tarnzelt und auch keine Tarnkleidung. Vermeide einfach grelle Farben, die Tiere abschrecken könnten. Trage stattdessen dunkle Kleidung, am besten schwarz.
- Sei geduldig: Tierfotografie erfordert Geduld. Oft musst du eine ganze Weile warten, bis sich das perfekte Motiv zeigt. Aber genau das macht den Reiz aus: Jedes gute Tierfoto ist das Ergebnis von Geduld und Aufmerksamkeit.
- Verhalte dich ruhig und unauffällig: Geh langsam, bleib in Deckung und bewege deine Kamera vorsichtig.
Kamera und Ausrüstung für die Tierfotografie
Die richtige Ausrüstung kann den Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem atemberaubenden Tierfoto ausmachen. Aber keine Sorge, du brauchst keine Profiausrüstung, um loszulegen.
Digitalkamera oder Handy: Was ist besser?
- Smartphones: In bestimmten Situationen kannst du damit tolle Tieraufnahmen machen, gerade bei Insekten wie Schmetterlinge und Bienen sind sie super geeignet. Auch wenn du Tiere in Zoos fotografieren möchtest, oder zahme Wasservögel wie Enten oder Schwäne. Scheue Tiere wirst du mit dem Smartphones nicht auf Foto festhalten können, da du nicht nah genug an sie herankommst und Smartphones in der Regel keinen optischen Zoom eingebaut haben.
- Digitalkameras: Insbesondere System- oder Spiegelreflexkameras sind hier klar im Vorteil. Sie ermöglichen den Wechsel von Objektiven und bieten manuelle Einstellungsmöglichkeiten, die in der Tierfotografie von großem Nutzen sind. Systemkameras zeichnen sich zudem durch einen schnellen Autofokus aus, der speziell für die Verfolgung von Tieren entwickelt wurde.
Objektiv
Die Brennweite des Objektivs zeigt dir, wie nahe du an das Tier rankommen musst, um es deutlich auf dem Foto sehen zu können. Je kleiner der Bereich ist (beispielsweise 18–55mm), desto näher musst du rankommen. Gerade scheue Tiere wie Rehe oder Störche wirst du nicht aus der Nähe fotografieren können, weil sie dich nicht nahe genug heranlassen.
Ich nutze ein Teleobjektiv mit einem Brennweitenbereich von 70–300 mm. Damit kann ich die meisten Tiere auch aus der Entfernung Tiere fotografieren, ohne sie zu aufzuscheuchen. Wenn du regelmäßig extrem scheue Tiere fotografieren möchtest, wird du um ein Zoomobjektiv nicht herumkommen. Hier empfehle ich Brennweiten ab 500mm Denk aber dran: dass Tele- und Zoomobjektive sind teuer und schwer. Sie lohnen sich also nur, wenn du dich auf das Fotografieren von sehr scheuen Tieren fokussieren möchtest
Stativ
Ein Stativ ist besonders bei der Nutzung von Teleobjektiven hilfreich, da diese durch ihr Gewicht und die lange Brennweite anfälliger für Verwacklungen sind. Es ermöglicht dir, auch bei längeren Belichtungszeiten stabile Aufnahmen zu machen, was ein Vorteil in der Dämmerung oder bei der Beobachtung von ruhigeren Tieren ist. Leichte und transportable Modelle aus Carbon eignen sich gut für den mobilen Einsatz in der Natur
Weiteres Zubehör
- Hocker oder Kissen: Für bequemes Warten in der Natur
- Regenschutz: Für dich und deine Ausrüstung
- Ersatzakkus und Speicherkarten: Nichts ist ärgerlicher, als ein leerer Akku leer oder eine volle Speicherkarte, während das perfekte Motiv vor deiner Linse auftaucht
Kameraeinstellungen
- Serienbildaufnahme: Aktiviere die Serienbildaufnahme deiner Kamera, um mehrere Fotos hintereinander zu machen. So erhöhst du die Chance, den perfekten Moment einzufangen.
- Kontinuierlicher Autofokus: Stelle den Autofokus deiner Kamera auf kontinuierliches Scharfstellen (AF‑C bei Nikon und Sony, AI Servo AF bei Canon). Dadurch bleibt das Tier auch dann scharf, wenn es sich bewegt.
Das Wichtigste: Hab Spaß!
Wichtiger als die Ausrüstung ist, dass du Spaß an der Tierfotografie hast. Konzentriere dich auf Tiere, die du mit deiner vorhandenen Ausrüstung fotografieren kannst. Lerne das Beste herauszuholen und verbessere dein Können.
Kameraeinstellungen zum Tiere fotografieren
Die richtigen Einstellungen können den Unterschied machen, wenn du Tiere fotografierst. Keine Sorge, du musst kein Technik-Guru sein, um beeindruckende Ergebnisse zu erzielen. Lass uns gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten Einstellungen werfen, die dir helfen, perfekte Tierfotos zu machen:
Verschlusszeit: Der Schlüssel zu scharfen Bildern
Die Verschlusszeit bestimmt, ob du die Bewegung scharf einfängst oder ob das Bild verwackelt.
- Schnelle Bewegung (z. B. Vögel im Flug, rennende Tiere): Mindestens 1/2000 Sekunde oder kürzer. Auf der Seite von ifolor wird sehr detailliert erklärt, wie du tolle Fotos von Vögeln im Flug machen kannst.
- Langsame Bewegung (z. B. Tiere, die entspannt stehen oder sitzen): 1/500 Sekunde reicht oft aus.
- Sehr ruhige Motive (z. B. schlafende Tiere oder Makroaufnahmen von Insekten): Hier kannst du auch 1/250 Sekunde oder länger nutzen.
Blende – Spiel mit Schärfe und Unschärfe
Die Blende bestimmt, wie viel Licht durch das Objektiv fällt und wie stark der Hintergrund unscharf wird.
- Offene Blende (kleine Zahl, z. B. f/2.8 – f/5.6): Perfekt, um den Hintergrund verschwimmen zu lassen und das Tier freizustellen. Ideal für Portraits von Tieren.
- Geschlossene Blende (größere Zahl, z. B. f/8 – f/11): Hilfreich, wenn du mehr Schärfentiefe brauchst – etwa, wenn du mehrere Tiere gleichzeitig scharf abbilden möchtest.
ISO – Mehr Licht, wenn du es brauchst
Der ISO regelt die Lichtempfindlichkeit deiner Kamera. So kannst du in dunkleren Umgebungen mit einem hohen ISO-Wert mehr Licht einfangen kann, allerdings nimmt das Bildrauschen bei steigendem ISO-Wert zu. Hier sind einige Richtlinien für verschiedene Lichtbedingungen:
- Helles Tageslicht: ISO 50 bis 200
- Bewölkter Himmel oder Wald: ISO 200 bis 800
- Dämmerung oder wenig Licht: ISO 800 bis 6400 (je nach Kameraqualität)
Autofokus – Die richtige Methode für scharfe Bilder
Beim Fotografieren von Tieren ist der Autofokus dein bester Freund. Er sorgt dafür, dass dein Motiv schnell und präzise scharf gestellt wird.
- Kontinuierlicher Autofokus (AI-Servo / AF‑C): Ideal für bewegende Tiere. Die Kamera verfolgt das Motiv und stellt den Fokus ständig neu ein.
- Einzelfokus (One-Shot / AF‑S): Gut für ruhige Tiere, bei denen du den Fokus einmal setzt und dann auslöst.
- Automatische Fokusmessfelder oder gezielter Fokuspunkt?
- Wenn du dein Motiv genau kontrollieren möchtest, nutze einen einzelnen Fokuspunkt.
- Falls sich das Tier unberechenbar bewegt, können mehrere Autofokus-Messfelder helfen, das Motiv im Fokus zu halten.
Serienbildfunktion – Mehr Chancen auf den perfekten Moment
Tiere bewegen sich schnell und unvorhersehbar. Um sicherzustellen, dass du den perfekten Moment erwischst, hilft die Serienbildfunktion deiner Kamera. Stell deine Kamera so ein, dass sie mehrere Bilder pro Sekunde aufnimmt. Damit kannst du aus einer ganzen Reihe von Aufnahmen das beste Foto auswählen.
Tierfotografie in der Nähe: Vorbereitung und Recherche
Die Natur hält faszinierende Motive bereit, die oft näher sind, als man denkt. Um das Beste aus deinen Fotos herauszuholen, lohnt sich eine gute Vorbereitung und ein Verständnis für das Verhalten der Tiere. Hier sind die entscheidenden Schritte, um erfolgreich Tiere in deiner Umgebung zu fotografieren:
Die besten Orte zum Tiere fotografieren
Tierfotografie muss nicht immer eine teure Safari oder eine Reise in ferne Länder bedeuten. Direkt vor unserer Haustür gibt es spannende Möglichkeiten zum Tiere fotografieren. Wichtig ist, dich vorab gut vorzubereiten und die Tiere und ihre Lebensräume zu verstehen.
Wald und Wiese
Direkt vor unserer Haustür bietet die Natur unzählige Möglichkeiten für spannende Tierfotografie. Hier kannst du mit etwas Geduld und Glück Rehe, Füchse, verschiedene Vogelarten und sogar Insekten vor die Linse bekommen. Die Vielfalt ist groß, und jede Jahreszeit bringt neue Motive mit sich. Achte im Wald auf Spuren, oder Kot, Mache Fotos von den Spuren und schaue im Internet, um welches Tier es sich handelt.
Gewässer
Seen, Flüsse und Teiche bieten dir die Möglichkeit, Wasservögel wie Enten, Schwäne oder Reiher zu fotografieren. Mit etwas Glück kannst du auch Fische oder Amphibien erwischen. Achte auf Spiegelungen und Reflexionen auf der Wasseroberfläche, um deine Fotos interessanter zu gestalten.
Tierpark und Zoo
Zoos und Tierparks sind ideale Orte, um exotische Tiere zu fotografieren und deine Technik zu üben. Hier kannst du in einer kontrollierten Umgebung arbeiten und hast die Chance, Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.
Parks und Gärten
Auch in städtischen Parks und Gärten gibt es oft eine überraschende Vielfalt an Tieren. Eichhörnchen, Vögel und Insekten sind häufige Gäste. Nutze die Nähe zu den Tieren, um Nahaufnahmen zu machen und ihre Verhaltensweisen zu studieren.
In der Stadt
Die Stadt ist nicht nur ein Lebensraum für Menschen, sondern auch für viele Wildtiere. Füchse, Waschbären und verschiedene Vogelarten haben sich an das Leben in der Stadt angepasst. Mit etwas Geduld und Aufmerksamkeit kannst du auch hier spannende Tierfotos machen.
Zuhause
Dein eigener Garten oder Balkon kann ein perfektes Fotostudio sein. Mit ein paar einfachen Tricks, wie einem Vogelhäuschen (im Winter) oder einer Wasserstelle, lockst du verschiedene Vögel an. So kannst du in vertrauter Umgebung üben und deine Technik verfeinern.
Das Verhalten der Tiere verstehen
Für authentische Tierfotos ist es unerlässlich, das Verhalten der Tiere zu kennen und ihre Gewohnheiten zu verstehen. Diese Aspekte helfen dir, den perfekten Moment einzufangen:
- Wann sind die Tiere aktiv? Das Aktivitätsmuster vieler Tiere hängt stark von der Tageszeit ab. Während Füchse oder Dachse vor allem nachts unterwegs sind, lassen sich Vögel und andere tagaktive Tiere oft am frühen Morgen oder späten Nachmittag blicken.
- Zu welcher Jahreszeiten sind sie aktiv: Im Frühling kannst du Tiere beim Nestbau beobachten, im Herbst sind viele Tiere besonders aktiv, um sich auf den Winter vorzubereiten.
- Wo ist ihr Lebensraum? Die Umgebung ist ein entscheidender Faktor: Wälder bieten Unterschlupf für Wildtiere, während Feuchtgebiete ideale Habitate für Amphibien und Wasservögel sind. Informiere dich über die bevorzugten Lebensräume der Tiere, die du fotografieren möchtest.
- Was fressen die Tiere? Pflanzenfresser wie Rehe bewegen sich oft in der Nähe von Wiesen und Feldern, während Fleischfresser wie Füchse in der Dämmerung auf Beutejagd gehen. Das Wissen um die Nahrungsquellen hilft, ihre Aufenthaltsorte besser einzuschätzen.
- Wie sozial sind die Tiere untereinander? Manche Tiere wie Rehe leben in Gruppen, während andere Tiere wie Eichkätzchen Einzelgänger sind. Während der Balzzeit sind Tiere durch Balztänze, das Aufplustern des Gefieders oder Balzgesang gut zu beobachten. In dieser Zeit sind die Tiere nicht so vorsichtig und können daher leichter fotografiert werden.
Tierfotografie vor Ort
Beim Fotografieren von Tieren spielt die Technik eine entscheidende Rolle, aber auch dein Gespür für die richtige Bildkomposition und die perfekte Fokussierung. Mit diesen Grundlagen maximierst du die Wirkung deiner Bilder und gibst ihnen den Feinschliff, den sie verdienen.
Bildgestaltung beachten
Eine gute Bildkomposition lenkt den Blick des Betrachters und erzählt eine Geschichte. Hier sind zwei zentrale Aspekte, die du vor Ort beachten solltest:
- Drittel-Regel: Die Drittel-Regel gehört zu den Klassikern der Fotografie und ist besonders effektiv in der Tierfotografie. Teile dein Bild gedanklich in neun gleich große Rechtecke – durch zwei horizontale und zwei vertikale Linien. Platziere das Tier entlang einer dieser Linien oder an einem der vier Schnittpunkte. Diese einfache Regel sorgt für Harmonie im Bild und verhindert, dass das Motiv „mittig und langweilig“ wirkt.
- Vorder- und Hintergrund: Die Umgebung des Tieres ist genauso wichtig wie das Tier selbst. Ein ruhiger Hintergrund hebt das Motiv hervor, während ein lebhafter Vordergrund Tiefe und Dynamik ins Bild bringt. Zum Beispiel kannst du durch Büsche oder Blätter fotografieren, um einen natürlichen Rahmen zu schaffen. Wichtig ist, dass der Hintergrund nicht vom Hauptmotiv ablenkt – reduzierte Komplexität ist oft effektiver.
Richtig fokussieren
Der Fokus entscheidet darüber, ob dein Bild die gewünschte Klarheit und Wirkung erzielt. In der Tierfotografie gibt es zwei Aspekte, die entscheidend sind:
- Fokus auf die Au4gen: Die Augen eines Tieres sind der Schlüssel zu einem ausdrucksstarken Bild. Stelle sicher, dass sie scharf gestellt sind, da sie den Blick des Betrachters unmittelbar auf sich ziehen. Selbst wenn andere Teile des Motivs leicht unscharf sind, bleiben die Augen der emotionale Anker des Bildes.
- Automatische oder manuelle Fokussierung? In der Tierfotografie bist du oft mit Bewegung konfrontiert. Hier kann die automatische Fokussierung (z. B. mit Tracking-Funktionen) eine große Hilfe sein, insbesondere bei schnellen Bewegungen. Für ruhigere Szenen oder Nahaufnahmen bietet die manuelle Fokussierung präzisere Kontrolle. Je nach Situation solltest du flexibel entscheiden, welche Methode besser geeignet ist.
Tiere im Winter fotografieren
Tiere fotografieren gelingt auch im Winter, egal ob in der Stadt oder in der Natur. Das mit Abstand Herausforderndste beim Fotografieren von Tieren im Winter ist allerdings Schneefall, vor allem bei dichtem Schneefall. Der Versuch das Motiv zu fokussieren ist im Autofokus extrem schwer, wenn Tausende Schneeflocken zwischen dir und deiner Linse vom Himmel fallen. Deine Kamera wird ständig versuchen, sich auf einzelne Schneeflocken zu konzentrieren, wenn diese den Fokuspunkt passieren. Die einzige schnelle Lösung besteht darin, auf manuellen Fokus umzuschalten.
Neben einheimischen Vögeln bieten besonders Eichhörnchen im Winter reizvolle Motive. Versuche, dich auf Augenhöhe der Tiere zu begeben, das verleiht deinen Bildern eine besondere Intensität und Nähe. Für dynamische Tieraufnahmen empfehle ich eine schnelle Verschlusszeit, wie 1/1000 oder 1/2000 Sekunden. So kannst du die Bewegungen der Tiere einfrieren
Bildgestaltung
Ein gutes Foto ist mehr als nur ein scharfes Tierfoto. Erst die Bildkomposition macht einen Schnappschuss zum spannenden Foto. Es kommt auf den Aufbau, die Sicht und was dahinter ist, an. Mit ein paar leichten Tricks kannst du deine Bilder besser machen. Mit ein paar einfachen Techniken kannst du deine Fotos besser machen.
Die richtige Perspektive: Auf Augenhöhe mit dem Tier
Eine der wichtigsten Regeln in der Tierfotografie ist: Fotografiere auf Augenhöhe mit dem Tier. Dadurch wirkt dein Bild natürlicher und du schaffst eine Verbindung zwischen Betrachter und Motiv.
- Bodennahe Perspektive: Besonders bei kleinen Tieren wie Vögeln oder Eichhörnchen lohnt es sich, in die Hocke zu gehen oder sogar auf den Bauch zu legen. So entsteht ein intimer, natürlicher Blickwinkel.
- Leichte Froschperspektive: Kann Tiere mächtiger oder beeindruckender wirken lassen, zum Beispiel bei Hirschen oder Greifvögeln.
- Drohnenaufnahmen: Eine spannende Alternative, um Tiere in ihrer Umgebung zu zeigen – zum Beispiel eine Herde Wildtiere von oben. Mehr über das Fotografieren mit Drohnen kannst du in meinem Beitrag über Drohnenfotografie nachlesen.
Die Drittelregel für eine ausgewogene Bildkomposition
Die sogenannte Drittelregel ist eine einfache Methode, um deine Fotos harmonisch wirken zu lassen. Dabei teilst du das Bild gedanklich in neun gleich große Felder (zwei horizontale und zwei vertikale Linien). Viele Kameras und Smartphones bieten ein Raster, das dir hilft, die Drittelregel direkt beim Fotografieren anzuwenden.
- Platziere das Tier entlang dieser Linien oder an deren Schnittpunkten, das sorgt für eine natürliche Bildwirkung.
- Falls das Tier in eine Richtung schaut oder sich bewegt, lass genug Platz in Blick- oder Bewegungsrichtung, damit das Bild nicht eingeengt wirkt.
Der Hintergrund: Weniger Ablenkung, mehr Wirkung
Ein unruhiger Hintergrund kann das schönste Motiv ruinieren. Falls der Hintergrund doch etwas unruhig ist, kannst du ihn in der Bildbearbeitung leicht abdunkeln oder entsättigen. Damit dein Tier im Bild richtig zur Geltung kommt:
- Achte auf einen ruhigen Hintergrund: Einfarbige Flächen wie eine Wiese, ein blauer Himmel oder unscharfe Bäume lenken nicht vom Hauptmotiv ab.
- Nutze eine offene Blende (kleine f‑Zahl): Dadurch verschwimmt der Hintergrund in eine weiche Unschärfe (Bokeh) und hebt das Tier hervor.
- Bewege dich, falls nötig: Manchmal reicht es, einen kleinen Schritt zur Seite zu machen, um störende Elemente wie Äste oder Zäune zu vermeiden.
Licht bewusst einsetzen
Licht beeinflusst die Wirkung deines Fotos enorm. Nutze das vorhandene Licht bewusst, manchmal reicht eine kleine Drehung, um Reflexionen oder harte Schatten zu vermeiden. Hier sind einige einfache Regeln:
- Morgens und abends ist das Licht weicher und wärmer. Perfekt für stimmungsvolle Tierporträts.
- Mittagslicht ist oft hart und erzeugt starke Schatten. Falls du zu dieser Zeit fotografierst, versuche schattige Plätze zu nutzen.
- Gegenlicht kann tolle Effekte erzeugen. Bei Sonnenauf- oder ‑untergang entstehen schöne Silhouetten oder ein natürlicher Lichtschein um das Fell eines Tieres. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag über Gegenlichtfotografie
Nachbearbeitung von Tierfotos
Die Nachbearbeitung ist ein wesentlicher Schritt bei meinen Fotos, um das Beste aus den Aufnahmen herauszuholen. Ich verwende Software wie Adobe Lightroom oder Snapseed. In meinen Beiträgen über Bildbearbeitung zeige ich dir Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Bildbearbeitung am Notebook und Handy,
Tierfotografie in der Nähe: Eine Galerie
Die nachfolgenden Fotos wurden alle entweder mit dem Smartphone oder mit einem Zoom-Objektiv mit einer Brennweite bis 300 Millimeter gemacht.
Vögel
Amphibien und Reptilien
Insekten fotografieren
Fazit
Jetzt hast du einen guten Überblick über die Grundlagen, um die Tierfotografie vor der Haustür auszuprobieren. Denk daran, es geht nicht nur um die perfekte Technik, sondern auch um Geduld, Respekt vor der Natur und die Freude am Beobachten. Also nimm dir deine Kamera, geh raus und beginne, die faszinierende Tierwelt in deiner Nähe zu entdecken.
Was ist dein erster Eindruck vom Tiere fotografieren? Gibt es bestimmte Herausforderungen, die dir begegnet sind, oder hast du bereits ein paar überraschende Entdeckungen gemacht? Teile deine Erfahrungen, ich bin gespannt auf deine Erlebnisse.
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Häufig gestellte Fragen:
Welche Kamera brauche ich zum Tiere fotografieren?
Auch wenn du grundsätzlich mit deinem Smartphone Tiere fotografieren kannst, hast du mit einer Digitalkamera weitaus mehr Optionen. Dank Zoom-Objektiv kannst du auch weiter entfernte Tiere nahe heranholen, ohne Beeinträchtigung der Bildqualität.
Welche Blende verwende ich bei Tierfotografie?
Verwende am besten eine weit geöffnete Blende zwischen f/4 und f/6.3. Wenn das Tier näher da ist, kannst du die Blende auch weiter schließen, zwischen f/8 und f/11.
Welche Verschlusszeit wähle ich bei der Tierfotografie?
Es kommt drauf an, welches Tier du fotografierst. Für seht aktive Tiere wie zum Beispiel Bienen verwende eine sehr kurze Verschlusszeit, wie zum Beispiel 1/1250. Für Rehe, Störche oder andere Tiere, die sich kaum bewegen, kannst du eine längere Verschlusszeit wählen, wie beispielsweise 1/250 bis 1/500.
Wie kann ich Tiere in Bewegung fotografieren?
Um Tiere in Bewegung zu fotografieren, solltest du eine Kamera mit der Funktion Serienbildaufnahme (oder Serienfoto) verwenden. Eine Belichtungszeit von 1/1000 Sekunde oder kürzer ist ideal, um die Bewegung einzufrieren. Eine Blende von f/4 bis f/6.3 ist eine gute Wahl, um den Hintergrund unscharf zu halten und den Fokus auf das Tier zu legen
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