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Mehr als nur ein Schnappschuss: Die Kunst, Tiere zu fotografieren

Tiere fotografieren
Lese­dau­er: 12 Minu­ten

Ver­giss die teu­ren Safa­ris und exo­ti­schen Rei­sen, die bes­ten Geschich­ten spie­len oft direkt vor dei­nen Augen ab. Die Tier­fo­to­gra­fie vor der Haus­tür eröff­net dir so vie­le tol­le Mög­lich­kei­ten hei­mi­sche Tie­re zu foto­gra­fie­ren, wie zum Bei­spiel Rehs am Wald­rand, oder die geschäf­ti­ge Welt der Vögel in dei­nem Gar­ten. Mit den rich­ti­gen Tipps kannst auch du die­se Geschich­ten in beein­dru­cken­den Bil­dern erzäh­len. Ich zei­ge dir wie du Tie­re foto­gra­fie­ren kannst, ohne um die Welt zu rei­sen.

Inhalts­ver­zeich­nis

9 Tipps für die Tierfotografie in der Nähe

Bevor ich dir nun aus­führ­lich Rat­schlä­ge zum Tie­re foto­gra­fie­ren gebe, erhältst du die wich­tigs­ten Tipps als Über­sicht:

  • Respek­tie­re die Natur: Als Tier­fo­to­graf bist du Gast in der Natur, des­halb ist es wich­tig, ver­ant­wor­tungs­be­wusst zu han­deln. Stö­re die Tie­re nicht und blei­be auf Wegen, wo es nötig ist! Mehr zum The­ma fin­dest du in mei­nem Bei­trag über nach­hal­ti­ges foto­gra­fie­ren
  • Fokus­sie­re die Augen: Eine offe­ne Blen­de (z. B. f/2.8 – f/5.6) hilft, das Tier vom Hin­ter­grund abzu­he­ben.
  • Die bes­ten Kame­ra­ein­stel­lun­gen für spon­ta­ne Momen­te
    • Kur­ze Ver­schluss­zei­ten (1/500 Sekun­den oder schnel­ler) hel­fen, Bewe­gung ein­zu­frie­ren. Beson­ders wich­tig bei flie­gen­den Vögeln oder ren­nen­den Tie­ren.
    • Auto­ma­ti­scher ISO-Wert kann sinn­voll sein, damit du in wech­seln­den Licht­ver­hält­nis­sen fle­xi­bel bleibst.
    • Seri­en­bild­mo­dus erhöht die Chan­ce, genau den rich­ti­gen Moment zu erwi­schen.
    • Kon­ti­nu­ier­li­cher Auto­fo­kus (AF‑C / AI-Ser­vo) sorgt dafür, dass dei­ne Kame­ra das beweg­te Tier scharf hält.
  • Beach­te die Bild­kom­po­si­ti­on: Äste, Grä­ser oder Fel­sen im Vor­der­grund machen das Bild span­nen­der. Aber ach­te dar­auf, dass sie nicht vom Tier­mo­tiv ablen­ken!
  • Ach­te auf stö­ren­de Ele­men­te:
  • Ach­te auf das rich­ti­ge Licht:
  • Tar­nen: Kei­ne Angst, du brauchst kein Tarn­zelt und auch kei­ne Tarn­klei­dung. Ver­mei­de ein­fach grel­le Far­ben, die Tie­re abschre­cken könn­ten. Tra­ge statt­des­sen dunk­le Klei­dung, am bes­ten schwarz.
  • Sei gedul­dig: Tier­fo­to­gra­fie erfor­dert Geduld. Oft musst du eine gan­ze Wei­le war­ten, bis sich das per­fek­te Motiv zeigt. Aber genau das macht den Reiz aus: Jedes gute Tier­fo­to ist das Ergeb­nis von Geduld und Auf­merk­sam­keit.
  • Ver­hal­te dich ruhig und unauf­fäl­lig: Geh lang­sam, bleib in Deckung und bewe­ge dei­ne Kame­ra vor­sich­tig.

Kamera und Ausrüstung für die Tierfotografie

Die rich­ti­ge Aus­rüs­tung kann den Unter­schied zwi­schen einem Schnapp­schuss und einem atem­be­rau­ben­den Tier­fo­to aus­ma­chen. Aber kei­ne Sor­ge, du brauchst kei­ne Pro­fi­aus­rüs­tung, um los­zu­le­gen.

Digitalkamera oder Handy: Was ist besser?

  • Smart­phones: In bestimm­ten Situa­tio­nen kannst du damit tol­le Tier­auf­nah­men machen, gera­de bei Insek­ten wie Schmet­ter­lin­ge und Bie­nen sind sie super geeig­net. Auch wenn du Tie­re in Zoos foto­gra­fie­ren möch­test, oder zah­me Was­ser­vö­gel wie Enten oder Schwä­ne. Scheue Tie­re wirst du mit dem Smart­phones nicht auf Foto fest­hal­ten kön­nen, da du nicht nah genug an sie her­an­kommst und Smart­phones in der Regel kei­nen opti­schen Zoom ein­ge­baut haben.
  • Digi­tal­ka­me­ras: Ins­be­son­de­re Sys­tem- oder Spie­gel­re­flex­ka­me­ras sind hier klar im Vor­teil. Sie ermög­li­chen den Wech­sel von Objek­ti­ven und bie­ten manu­el­le Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten, die in der Tier­fo­to­gra­fie von gro­ßem Nut­zen sind. Sys­tem­ka­me­ras zeich­nen sich zudem durch einen schnel­len Auto­fo­kus aus, der spe­zi­ell für die Ver­fol­gung von Tie­ren ent­wi­ckelt wur­de.
💡 Mein Tipp:
Nut­ze den Sport­mo­dus dei­ner Kame­ra, falls sie einen hat, denn der ist spe­zi­ell für sich bewe­gen­de Moti­ve aus­ge­legt und kann dir hel­fen, schar­fe Bil­der von Tie­ren in Akti­on zu bekom­men.

Objektiv

Die Brenn­wei­te des Objek­tivs zeigt dir, wie nahe du an das Tier ran­kom­men musst, um es deut­lich auf dem Foto sehen zu kön­nen. Je klei­ner der Bereich ist (bei­spiels­wei­se 18–55mm), des­to näher musst du ran­kom­men. Gera­de scheue Tie­re wie Rehe oder Stör­che wirst du nicht aus der Nähe foto­gra­fie­ren kön­nen, weil sie dich nicht nahe genug her­an­las­sen.

Ich nut­ze ein Tele­ob­jek­tiv mit einem Brenn­wei­ten­be­reich von 70–300 mm. Damit kann ich die meis­ten Tie­re auch aus der Ent­fer­nung Tie­re foto­gra­fie­ren, ohne sie zu auf­zu­scheu­chen. Wenn du regel­mä­ßig extrem scheue Tie­re foto­gra­fie­ren möch­test, wird du um ein Zoom­ob­jek­tiv nicht her­um­kom­men. Hier emp­feh­le ich Brenn­wei­ten ab 500mm Denk aber dran: dass Tele- und Zoom­ob­jek­ti­ve sind teu­er und schwer. Sie loh­nen sich also nur, wenn du dich auf das Foto­gra­fie­ren von sehr scheu­en Tie­ren fokus­sie­ren möch­test

Stativ

Ein Sta­tiv ist beson­ders bei der Nut­zung von Tele­ob­jek­ti­ven hilf­reich, da die­se durch ihr Gewicht und die lan­ge Brenn­wei­te anfäl­li­ger für Ver­wack­lun­gen sind. Es ermög­licht dir, auch bei län­ge­ren Belich­tungs­zei­ten sta­bi­le Auf­nah­men zu machen, was ein Vor­teil in der Däm­me­rung oder bei der Beob­ach­tung von ruhi­ge­ren Tie­ren ist. Leich­te und trans­por­ta­ble Model­le aus Car­bon eig­nen sich gut für den mobi­len Ein­satz in der Natur

Weiteres Zubehör

  • Hocker oder Kis­sen: Für beque­mes War­ten in der Natur
  • Regen­schutz: Für dich und dei­ne Aus­rüs­tung
  • Ersatz­ak­kus und Spei­cher­kar­ten: Nichts ist ärger­li­cher, als ein lee­rer Akku leer oder eine vol­le Spei­cher­kar­te, wäh­rend das per­fek­te Motiv vor dei­ner Lin­se auf­taucht

Kameraeinstellungen

  • Seri­en­bild­auf­nah­me: Akti­vie­re die Seri­en­bild­auf­nah­me dei­ner Kame­ra, um meh­re­re Fotos hin­ter­ein­an­der zu machen. So erhöhst du die Chan­ce, den per­fek­ten Moment ein­zu­fan­gen.
  • Kon­ti­nu­ier­li­cher Auto­fo­kus: Stel­le den Auto­fo­kus dei­ner Kame­ra auf kon­ti­nu­ier­li­ches Scharf­stel­len (AF‑C bei Nikon und Sony, AI Ser­vo AF bei Canon). Dadurch bleibt das Tier auch dann scharf, wenn es sich bewegt.

Das Wichtigste: Hab Spaß!

Wich­ti­ger als die Aus­rüs­tung ist, dass du Spaß an der Tier­fo­to­gra­fie hast. Kon­zen­trie­re dich auf Tie­re, die du mit dei­ner vor­han­de­nen Aus­rüs­tung foto­gra­fie­ren kannst. Ler­ne das Bes­te her­aus­zu­ho­len und ver­bes­se­re dein Kön­nen.

Kameraeinstellungen zum Tiere fotografieren

Die rich­ti­gen Ein­stel­lun­gen kön­nen den Unter­schied machen, wenn du Tie­re foto­gra­fierst. Kei­ne Sor­ge, du musst kein Tech­nik-Guru sein, um beein­dru­cken­de Ergeb­nis­se zu erzie­len. Lass uns gemein­sam einen Blick auf die wich­tigs­ten Ein­stel­lun­gen wer­fen, die dir hel­fen, per­fek­te Tier­fo­tos zu machen:

Verschlusszeit: Der Schlüssel zu scharfen Bildern

Die Ver­schluss­zeit bestimmt, ob du die Bewe­gung scharf ein­fängst oder ob das Bild ver­wa­ckelt.

  • Schnel­le Bewe­gung (z. B. Vögel im Flug, ren­nen­de Tie­re): Min­des­tens 1/2000 Sekun­de oder kür­zer. Auf der Sei­te von ifo­lor wird sehr detail­liert erklärt, wie du tol­le Fotos von Vögeln im Flug machen kannst.
  • Lang­sa­me Bewe­gung (z. B. Tie­re, die ent­spannt ste­hen oder sit­zen): 1/500 Sekun­de reicht oft aus.
  • Sehr ruhi­ge Moti­ve (z. B. schla­fen­de Tie­re oder Makro­auf­nah­men von Insek­ten): Hier kannst du auch 1/250 Sekun­de oder län­ger nut­zen.
Hin­weis:
Falls das Bild zu dun­kel wird, weil die Ver­schluss­zeit sehr kurz ist, kannst du mit einem höhe­ren ISO-Wert oder einer wei­te­ren Blen­de (sie­he nächs­ter Punkt) gegen­steu­ern.

Blende – Spiel mit Schärfe und Unschärfe

Die Blen­de bestimmt, wie viel Licht durch das Objek­tiv fällt und wie stark der Hin­ter­grund unscharf wird.

  • Offe­ne Blen­de (klei­ne Zahl, z. B. f/2.8 – f/5.6): Per­fekt, um den Hin­ter­grund ver­schwim­men zu las­sen und das Tier frei­zu­stel­len. Ide­al für Por­traits von Tie­ren.
  • Geschlos­se­ne Blen­de (grö­ße­re Zahl, z. B. f/8 – f/11): Hilf­reich, wenn du mehr Schär­fen­tie­fe brauchst – etwa, wenn du meh­re­re Tie­re gleich­zei­tig scharf abbil­den möch­test.
Hin­weis:
Ein unschar­fer Hin­ter­grund lenkt nicht vom Tier ab und gibt dem Bild mehr Tie­fe. Wenn du also mit dem Fokus auf nur einem Tier arbei­test, hilft eine offe­ne Blen­de.

ISO – Mehr Licht, wenn du es brauchst

Der ISO regelt die Licht­emp­find­lich­keit dei­ner Kame­ra. So kannst du in dunk­le­ren Umge­bun­gen mit einem hohen ISO-Wert mehr Licht ein­fan­gen kann, aller­dings nimmt das Bild­rau­schen bei stei­gen­dem ISO-Wert zu. Hier sind eini­ge Richt­li­ni­en für ver­schie­de­ne Licht­be­din­gun­gen:

  • Hel­les Tages­licht: ISO 50 bis 200
  • Bewölk­ter Him­mel oder Wald: ISO 200 bis 800
  • Däm­me­rung oder wenig Licht: ISO 800 bis 6400 (je nach Kame­ra­qua­li­tät)

Autofokus – Die richtige Methode für scharfe Bilder

Beim Foto­gra­fie­ren von Tie­ren ist der Auto­fo­kus dein bes­ter Freund. Er sorgt dafür, dass dein Motiv schnell und prä­zi­se scharf gestellt wird.

  • Kon­ti­nu­ier­li­cher Auto­fo­kus (AI-Ser­vo / AF‑C): Ide­al für bewe­gen­de Tie­re. Die Kame­ra ver­folgt das Motiv und stellt den Fokus stän­dig neu ein.
  • Ein­zel­fo­kus (One-Shot / AF‑S): Gut für ruhi­ge Tie­re, bei denen du den Fokus ein­mal setzt und dann aus­löst.
  • Auto­ma­ti­sche Fokus­mess­fel­der oder geziel­ter Fokus­punkt?
    • Wenn du dein Motiv genau kon­trol­lie­ren möch­test, nut­ze einen ein­zel­nen Fokus­punkt.
    • Falls sich das Tier unbe­re­chen­bar bewegt, kön­nen meh­re­re Auto­fo­kus-Mess­fel­der hel­fen, das Motiv im Fokus zu hal­ten.
💡 Mein Tipp:
Kon­zen­trie­re dich bei Tie­ren immer auf die Augen. Sie sind das Fens­ter zur See­le und der Schlüs­sel zu einem fes­seln­den Natur­fo­to. Vie­le moder­ne Kame­ras haben sogar eine Augen­er­ken­nung für Tie­re. Nut­ze die­se Funk­ti­on, sie ist wie ein klei­ner Zau­ber in dei­ner Kame­ra.

Serienbildfunktion – Mehr Chancen auf den perfekten Moment

Tie­re bewe­gen sich schnell und unvor­her­seh­bar. Um sicher­zu­stel­len, dass du den per­fek­ten Moment erwischst, hilft die Seri­en­bild­funk­ti­on dei­ner Kame­ra. Stell dei­ne Kame­ra so ein, dass sie meh­re­re Bil­der pro Sekun­de auf­nimmt. Damit kannst du aus einer gan­zen Rei­he von Auf­nah­men das bes­te Foto aus­wäh­len.

Tierfotografie in der Nähe: Vorbereitung und Recherche

Die Natur hält fas­zi­nie­ren­de Moti­ve bereit, die oft näher sind, als man denkt. Um das Bes­te aus dei­nen Fotos her­aus­zu­ho­len, lohnt sich eine gute Vor­be­rei­tung und ein Ver­ständ­nis für das Ver­hal­ten der Tie­re. Hier sind die ent­schei­den­den Schrit­te, um erfolg­reich Tie­re in dei­ner Umge­bung zu foto­gra­fie­ren:

Die besten Orte zum Tiere fotografieren

Tier­fo­to­gra­fie muss nicht immer eine teu­re Safa­ri oder eine Rei­se in fer­ne Län­der bedeu­ten. Direkt vor unse­rer Haus­tür gibt es span­nen­de Mög­lich­kei­ten zum Tie­re foto­gra­fie­ren. Wich­tig ist, dich vor­ab gut vor­zu­be­rei­ten und die Tie­re und ihre Lebens­räu­me zu ver­ste­hen.

Wald und Wiese

Direkt vor unse­rer Haus­tür bie­tet die Natur unzäh­li­ge Mög­lich­kei­ten für span­nen­de Tier­fo­to­gra­fie. Hier kannst du mit etwas Geduld und Glück Rehe, Füch­se, ver­schie­de­ne Vogel­ar­ten und sogar Insek­ten vor die Lin­se bekom­men. Die Viel­falt ist groß, und jede Jah­res­zeit bringt neue Moti­ve mit sich. Ach­te im Wald auf Spu­ren, oder Kot, Mache Fotos von den Spu­ren und schaue im Inter­net, um wel­ches Tier es sich han­delt.

Gewässer

Seen, Flüs­se und Tei­che bie­ten dir die Mög­lich­keit, Was­ser­vö­gel wie Enten, Schwä­ne oder Rei­her zu foto­gra­fie­ren. Mit etwas Glück kannst du auch Fische oder Amphi­bi­en erwi­schen. Ach­te auf Spie­ge­lun­gen und Refle­xio­nen auf der Was­ser­ober­flä­che, um dei­ne Fotos inter­es­san­ter zu gestal­ten.

Tierpark und Zoo

Zoos und Tier­parks sind idea­le Orte, um exo­ti­sche Tie­re zu foto­gra­fie­ren und dei­ne Tech­nik zu üben. Hier kannst du in einer kon­trol­lier­ten Umge­bung arbei­ten und hast die Chan­ce, Tie­re aus nächs­ter Nähe zu beob­ach­ten.

Parks und Gärten

Auch in städ­ti­schen Parks und Gär­ten gibt es oft eine über­ra­schen­de Viel­falt an Tie­ren. Eich­hörn­chen, Vögel und Insek­ten sind häu­fi­ge Gäs­te. Nut­ze die Nähe zu den Tie­ren, um Nah­auf­nah­men zu machen und ihre Ver­hal­tens­wei­sen zu stu­die­ren.

In der Stadt

Die Stadt ist nicht nur ein Lebens­raum für Men­schen, son­dern auch für vie­le Wild­tie­re. Füch­se, Wasch­bä­ren und ver­schie­de­ne Vogel­ar­ten haben sich an das Leben in der Stadt ange­passt. Mit etwas Geduld und Auf­merk­sam­keit kannst du auch hier span­nen­de Tier­fo­tos machen.

Zuhause

Dein eige­ner Gar­ten oder Bal­kon kann ein per­fek­tes Foto­stu­dio sein. Mit ein paar ein­fa­chen Tricks, wie einem Vogel­häus­chen (im Win­ter) oder einer Was­ser­stel­le, lockst du ver­schie­de­ne Vögel an. So kannst du in ver­trau­ter Umge­bung üben und dei­ne Tech­nik ver­fei­nern.

Das Verhalten der Tiere verstehen

Für authen­ti­sche Tier­fo­tos ist es uner­läss­lich, das Ver­hal­ten der Tie­re zu ken­nen und ihre Gewohn­hei­ten zu ver­ste­hen. Die­se Aspek­te hel­fen dir, den per­fek­ten Moment ein­zu­fan­gen:

  • Wann sind die Tie­re aktiv? Das Akti­vi­täts­mus­ter vie­ler Tie­re hängt stark von der Tages­zeit ab. Wäh­rend Füch­se oder Dach­se vor allem nachts unter­wegs sind, las­sen sich Vögel und ande­re tag­ak­ti­ve Tie­re oft am frü­hen Mor­gen oder spä­ten Nach­mit­tag bli­cken.
  • Zu wel­cher Jah­res­zei­ten sind sie aktiv: Im Früh­ling kannst du Tie­re beim Nest­bau beob­ach­ten, im Herbst sind vie­le Tie­re beson­ders aktiv, um sich auf den Win­ter vor­zu­be­rei­ten.
  • Wo ist ihr Lebens­raum? Die Umge­bung ist ein ent­schei­den­der Fak­tor: Wäl­der bie­ten Unter­schlupf für Wild­tie­re, wäh­rend Feucht­ge­bie­te idea­le Habi­ta­te für Amphi­bi­en und Was­ser­vö­gel sind. Infor­mie­re dich über die bevor­zug­ten Lebens­räu­me der Tie­re, die du foto­gra­fie­ren möch­test.
  • Was fres­sen die Tie­re? Pflan­zen­fres­ser wie Rehe bewe­gen sich oft in der Nähe von Wie­sen und Fel­dern, wäh­rend Fleisch­fres­ser wie Füch­se in der Däm­me­rung auf Beu­te­jagd gehen. Das Wis­sen um die Nah­rungs­quel­len hilft, ihre Auf­ent­halts­or­te bes­ser ein­zu­schät­zen.
  • Wie sozi­al sind die Tie­re unter­ein­an­der? Man­che Tie­re wie Rehe leben in Grup­pen, wäh­rend ande­re Tie­re wie Eich­kätz­chen Ein­zel­gän­ger sind. Wäh­rend der Balz­zeit sind Tie­re durch Balz­tän­ze, das Auf­plus­tern des Gefie­ders oder Balz­ge­sang gut zu beob­ach­ten. In die­ser Zeit sind die Tie­re nicht so vor­sich­tig und kön­nen daher leich­ter foto­gra­fiert wer­den.
💡 Mein Tipp:
Nimm dir Zeit zum Beob­ach­ten! Oft ent­deckt man erst auf den zwei­ten Blick, was in der Natur pas­siert.

Tierfotografie vor Ort

Beim Foto­gra­fie­ren von Tie­ren spielt die Tech­nik eine ent­schei­den­de Rol­le, aber auch dein Gespür für die rich­ti­ge Bild­kom­po­si­ti­on und die per­fek­te Fokus­sie­rung. Mit die­sen Grund­la­gen maxi­mierst du die Wir­kung dei­ner Bil­der und gibst ihnen den Fein­schliff, den sie ver­die­nen.

Bildgestaltung beachten

Eine gute Bild­kom­po­si­ti­on lenkt den Blick des Betrach­ters und erzählt eine Geschich­te. Hier sind zwei zen­tra­le Aspek­te, die du vor Ort beach­ten soll­test:

  • Drit­tel-Regel: Die Drit­tel-Regel gehört zu den Klas­si­kern der Foto­gra­fie und ist beson­ders effek­tiv in der Tier­fo­to­gra­fie. Tei­le dein Bild gedank­lich in neun gleich gro­ße Recht­ecke – durch zwei hori­zon­ta­le und zwei ver­ti­ka­le Lini­en. Plat­zie­re das Tier ent­lang einer die­ser Lini­en oder an einem der vier Schnitt­punk­te. Die­se ein­fa­che Regel sorgt für Har­mo­nie im Bild und ver­hin­dert, dass das Motiv „mit­tig und lang­wei­lig“ wirkt.
  • Vor­der- und Hin­ter­grund: Die Umge­bung des Tie­res ist genau­so wich­tig wie das Tier selbst. Ein ruhi­ger Hin­ter­grund hebt das Motiv her­vor, wäh­rend ein leb­haf­ter Vor­der­grund Tie­fe und Dyna­mik ins Bild bringt. Zum Bei­spiel kannst du durch Büsche oder Blät­ter foto­gra­fie­ren, um einen natür­li­chen Rah­men zu schaf­fen. Wich­tig ist, dass der Hin­ter­grund nicht vom Haupt­mo­tiv ablenkt – redu­zier­te Kom­ple­xi­tät ist oft effek­ti­ver.

Richtig fokussieren

Der Fokus ent­schei­det dar­über, ob dein Bild die gewünsch­te Klar­heit und Wir­kung erzielt. In der Tier­fo­to­gra­fie gibt es zwei Aspek­te, die ent­schei­dend sind:

  • Fokus auf die Au4gen: Die Augen eines Tie­res sind der Schlüs­sel zu einem aus­drucks­star­ken Bild. Stel­le sicher, dass sie scharf gestellt sind, da sie den Blick des Betrach­ters unmit­tel­bar auf sich zie­hen. Selbst wenn ande­re Tei­le des Motivs leicht unscharf sind, blei­ben die Augen der emo­tio­na­le Anker des Bil­des.
  • Auto­ma­ti­sche oder manu­el­le Fokus­sie­rung? In der Tier­fo­to­gra­fie bist du oft mit Bewe­gung kon­fron­tiert. Hier kann die auto­ma­ti­sche Fokus­sie­rung (z. B. mit Track­ing-Funk­tio­nen) eine gro­ße Hil­fe sein, ins­be­son­de­re bei schnel­len Bewe­gun­gen. Für ruhi­ge­re Sze­nen oder Nah­auf­nah­men bie­tet die manu­el­le Fokus­sie­rung prä­zi­se­re Kon­trol­le. Je nach Situa­ti­on soll­test du fle­xi­bel ent­schei­den, wel­che Metho­de bes­ser geeig­net ist.

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Tiere im Winter fotografieren

Tie­re foto­gra­fie­ren gelingt auch im Win­ter, egal ob in der Stadt oder in der Natur. Das mit Abstand Her­aus­for­dernds­te beim Foto­gra­fie­ren von Tie­ren im Win­ter ist aller­dings Schnee­fall, vor allem bei dich­tem Schnee­fall. Der Ver­such das Motiv zu fokus­sie­ren ist im Auto­fo­kus extrem schwer, wenn Tau­sen­de Schnee­flo­cken zwi­schen dir und dei­ner Lin­se vom Him­mel fal­len. Dei­ne Kame­ra wird stän­dig ver­su­chen, sich auf ein­zel­ne Schnee­flo­cken zu kon­zen­trie­ren, wenn die­se den Fokus­punkt pas­sie­ren. Die ein­zi­ge schnel­le Lösung besteht dar­in, auf manu­el­len Fokus umzu­schal­ten.

Neben ein­hei­mi­schen Vögeln bie­ten beson­ders Eich­hörn­chen im Win­ter reiz­vol­le Moti­ve. Ver­su­che, dich auf Augen­hö­he der Tie­re zu bege­ben, das ver­leiht dei­nen Bil­dern eine beson­de­re Inten­si­tät und Nähe. Für dyna­mi­sche Tier­auf­nah­men emp­feh­le ich eine schnel­le Ver­schluss­zeit, wie 1/1000 oder 1/2000 Sekun­den. So kannst du die Bewe­gun­gen der Tie­re ein­frie­ren

Bildgestaltung

Ein gutes Foto ist mehr als nur ein schar­fes Tier­fo­to. Erst die Bild­kom­po­si­ti­on macht einen Schnapp­schuss zum span­nen­den Foto. Es kommt auf den Auf­bau, die Sicht und was dahin­ter ist, an. Mit ein paar leich­ten Tricks kannst du dei­ne Bil­der bes­ser machen. Mit ein paar ein­fa­chen Tech­ni­ken kannst du dei­ne Fotos bes­ser machen.

Die richtige Perspektive: Auf Augenhöhe mit dem Tier

Eine der wich­tigs­ten Regeln in der Tier­fo­to­gra­fie ist: Foto­gra­fie­re auf Augen­hö­he mit dem Tier. Dadurch wirkt dein Bild natür­li­cher und du schaffst eine Ver­bin­dung zwi­schen Betrach­ter und Motiv.

  • Boden­na­he Per­spek­ti­ve: Beson­ders bei klei­nen Tie­ren wie Vögeln oder Eich­hörn­chen lohnt es sich, in die Hocke zu gehen oder sogar auf den Bauch zu legen. So ent­steht ein inti­mer, natür­li­cher Blick­win­kel.
  • Leich­te Frosch­per­spek­ti­ve: Kann Tie­re mäch­ti­ger oder beein­dru­cken­der wir­ken las­sen, zum Bei­spiel bei Hir­schen oder Greif­vö­geln.
  • Droh­nen­auf­nah­men: Eine span­nen­de Alter­na­ti­ve, um Tie­re in ihrer Umge­bung zu zei­gen – zum Bei­spiel eine Her­de Wild­tie­re von oben. Mehr über das Foto­gra­fie­ren mit Droh­nen kannst du in mei­nem Bei­trag über Droh­nen­fo­to­gra­fie nach­le­sen.
💡 Mein Tipp:
Bewe­ge dich lang­sam und gedul­dig, um die Tie­re nicht zu ver­scheu­chen.

Die Drittelregel für eine ausgewogene Bildkomposition

Die soge­nann­te Drit­tel­re­gel ist eine ein­fa­che Metho­de, um dei­ne Fotos har­mo­nisch wir­ken zu las­sen. Dabei teilst du das Bild gedank­lich in neun gleich gro­ße Fel­der (zwei hori­zon­ta­le und zwei ver­ti­ka­le Lini­en). Vie­le Kame­ras und Smart­phones bie­ten ein Ras­ter, das dir hilft, die Drit­tel­re­gel direkt beim Foto­gra­fie­ren anzu­wen­den.

  • Plat­zie­re das Tier ent­lang die­ser Lini­en oder an deren Schnitt­punk­ten, das sorgt für eine natür­li­che Bild­wir­kung.
  • Falls das Tier in eine Rich­tung schaut oder sich bewegt, lass genug Platz in Blick- oder Bewe­gungs­rich­tung, damit das Bild nicht ein­ge­engt wirkt.

Der Hintergrund: Weniger Ablenkung, mehr Wirkung

Ein unru­hi­ger Hin­ter­grund kann das schöns­te Motiv rui­nie­ren. Falls der Hin­ter­grund doch etwas unru­hig ist, kannst du ihn in der Bild­be­ar­bei­tung leicht abdun­keln oder ent­sät­ti­gen. Damit dein Tier im Bild rich­tig zur Gel­tung kommt:

  • Ach­te auf einen ruhi­gen Hin­ter­grund: Ein­far­bi­ge Flä­chen wie eine Wie­se, ein blau­er Him­mel oder unschar­fe Bäu­me len­ken nicht vom Haupt­mo­tiv ab.
  • Nut­ze eine offe­ne Blen­de (klei­ne f‑Zahl): Dadurch ver­schwimmt der Hin­ter­grund in eine wei­che Unschär­fe (Bokeh) und hebt das Tier her­vor.
  • Bewe­ge dich, falls nötig: Manch­mal reicht es, einen klei­nen Schritt zur Sei­te zu machen, um stö­ren­de Ele­men­te wie Äste oder Zäu­ne zu ver­mei­den.

Licht bewusst einsetzen

Licht beein­flusst die Wir­kung dei­nes Fotos enorm. Nut­ze das vor­han­de­ne Licht bewusst, manch­mal reicht eine klei­ne Dre­hung, um Refle­xio­nen oder har­te Schat­ten zu ver­mei­den. Hier sind eini­ge ein­fa­che Regeln:

  • Mor­gens und abends ist das Licht wei­cher und wär­mer. Per­fekt für stim­mungs­vol­le Tier­por­träts.
  • Mit­tags­licht ist oft hart und erzeugt star­ke Schat­ten. Falls du zu die­ser Zeit foto­gra­fierst, ver­su­che schat­ti­ge Plät­ze zu nut­zen.
  • Gegen­licht kann tol­le Effek­te erzeu­gen. Bei Son­nen­auf- oder ‑unter­gang ent­ste­hen schö­ne Sil­hou­et­ten oder ein natür­li­cher Licht­schein um das Fell eines Tie­res. Mehr dazu fin­dest du in mei­nem Bei­trag über Gegen­licht­fo­to­gra­fie

Nachbearbeitung von Tierfotos

Die Nach­be­ar­bei­tung ist ein wesent­li­cher Schritt bei mei­nen Fotos, um das Bes­te aus den Auf­nah­men her­aus­zu­ho­len. Ich ver­wen­de Soft­ware wie Ado­be Ligh­t­room oder Snap­seed. In mei­nen Bei­trä­gen über Bild­be­ar­bei­tung zei­ge ich dir Schritt-für-Schritt-Anlei­tun­gen für die Bild­be­ar­bei­tung am Note­book und Han­dy,

Tierfotografie in der Nähe: Eine Galerie

Die nach­fol­gen­den Fotos wur­den alle ent­we­der mit dem Smart­phone oder mit einem Zoom-Objek­tiv mit einer Brenn­wei­te bis 300 Mil­li­me­ter gemacht.

Vögel

Amphibien und Reptilien

Insekten fotografieren

Fazit

Jetzt hast du einen guten Über­blick über die Grund­la­gen, um die Tier­fo­to­gra­fie vor der Haus­tür aus­zu­pro­bie­ren. Denk dar­an, es geht nicht nur um die per­fek­te Tech­nik, son­dern auch um Geduld, Respekt vor der Natur und die Freu­de am Beob­ach­ten. Also nimm dir dei­ne Kame­ra, geh raus und begin­ne, die fas­zi­nie­ren­de Tier­welt in dei­ner Nähe zu ent­de­cken.

Was ist dein ers­ter Ein­druck vom Tie­re foto­gra­fie­ren? Gibt es bestimm­te Her­aus­for­de­run­gen, die dir begeg­net sind, oder hast du bereits ein paar über­ra­schen­de Ent­de­ckun­gen gemacht? Tei­le dei­ne Erfah­run­gen, ich bin gespannt auf dei­ne Erleb­nis­se.

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Welche Kamera brauche ich zum Tiere fotografieren?

Auch wenn du grund­sätz­lich mit dei­nem Smart­phone Tie­re foto­gra­fie­ren kannst, hast du mit einer Digi­tal­ka­me­ra weit­aus mehr Optio­nen. Dank Zoom-Objek­tiv kannst du auch wei­ter ent­fern­te Tie­re nahe her­an­ho­len, ohne Beein­träch­ti­gung der Bild­qua­li­tät.

Welche Blende verwende ich bei Tierfotografie?

Ver­wen­de am bes­ten eine weit geöff­ne­te Blen­de zwi­schen f/4 und f/6.3. Wenn das Tier näher da ist, kannst du die Blen­de auch wei­ter schlie­ßen, zwi­schen f/8 und f/11.

Welche Verschlusszeit wähle ich bei der Tierfotografie?

Es kommt drauf an, wel­ches Tier du foto­gra­fierst. Für seht akti­ve Tie­re wie zum Bei­spiel Bie­nen ver­wen­de eine sehr kur­ze Ver­schluss­zeit, wie zum Bei­spiel 1/1250. Für Rehe, Stör­che oder ande­re Tie­re, die sich kaum bewe­gen, kannst du eine län­ge­re Ver­schluss­zeit wäh­len, wie bei­spiels­wei­se 1/250 bis 1/500.

Wie kann ich Tiere in Bewegung fotografieren?

Um Tie­re in Bewe­gung zu foto­gra­fie­ren, soll­test du eine Kame­ra mit der Funk­ti­on Seri­en­bild­auf­nah­me (oder Seri­en­fo­to) ver­wen­den. Eine Belich­tungs­zeit von 1/1000 Sekun­de oder kür­zer ist ide­al, um die Bewe­gung ein­zu­frie­ren. Eine Blen­de von f/4 bis f/6.3 ist eine gute Wahl, um den Hin­ter­grund unscharf zu hal­ten und den Fokus auf das Tier zu legen

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